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Stimmen, die klingen

12. Dez. 2016
4 Min. Lesezeit

Stimmen, die klingen

Ein arbeitsreiches und fast völlig ohne Schlaf verbrachtes Wochenende liegt hinter dem Nöckerling.

Die winterliche Behausung sollte in einer Woche auf neuesten Stand gebracht werden und dies Projekt zerrt, ändert, vervollkommnet, verselbstständigt und perfektioniert sich…. in wahnsinniger Weise.

Eigentlich müsste Schornie, schon aus seinem jobangehauchten Anforderungsprofil genau wissen, wie so etwas gut geplant durchgezogen gehört, aber genau da bricht die Katastrophe los.

Immer wenn eins fertig werden soll, fallen ihm neue Dinge ein, andere, schönere.

Dank der Weiten des Netzes ist dann immer alles schnell beäugt, beguckt, angeglotzt, en ganz klein bisserl preislich vergliechen, wieder weitergesucht, als gut befunden, doch dann wieder etwas Besseres gefunden, bestellt, abbestellt, neu geordert und dann am Ende eine Kichererbsenverschwendungstopsuchtsanfall zu bekommen.

Es sollte eigentlich nur ein kleiner Umbau werden und jetzt, nach fast 192 Zeigerumdrehungen, scheint´s ein gigantomanisches Ausmaß annehmen zu wollen.

Nun, es ist Montag, es pisste heut morgen, Klara hatte sich auch verpisst und die Kälte schien der Meinung zu sein, wenn´s nun doch kein blütenkrachende Morgenbeginn werden sollte, dann eben die Träne der Sehnsucht und die gepaart mit einem eiskalten Lächeln dessen, der uns sonst mit Glitzerkristallen von oben beglücken sollte.

Es bleibt Montag und bis auf das Auspickeln, welches nun endlich zur Ruhe gekommen war, zerren die weißen Wattebausche an den grauen herum, sie zischen da oben durch die Gegend, als wenn der Sensenmann hinter ihnen her wäre.

Bäume knarren, die konnte Schornie hören, als er zitternd und bibbernd auf dem Ausguckplätzschen stand, um das heiße Gerät von GlimmDing runterpaffen wollte.

Kahl schauts gerade aus. Alles wurde ab- und weggeschmissen.

Sämtliche Bäumschen, außer natürlich die, welche uns immer mit ihren Nadeln liebevoll piksen, meist dann, wenn wir ziemlich verzweifelt durch Unterholz kriechen, jedes klein Blattwerk zur Seite räumen, wie so Archiologen mit Pinsel, Spachtel und anderen Hilfsgeräten dann die Verschmutzungen entfernen, um den Pilz zur Erblickung und unserer Erquickung das Licht der Welt erblicken lassen wollen, ja, genau diese Baumriesen wackeln im Takt der windischen Musik und machen wilde Faxen, um uns zu necken.

Alles Andere fliecht durch die Gegend.

Ein Müllsack jagt den anderen. Tausendes vom Blattabschmeißrest versucht den ungebrauchten und ungefüllten Altsackluftballon zu folgen und wenns nicht dramatisch gegen grüne Ökologievorstellungen ginge, würde es lustig ausschauen. En bisserl Musik dazu und schon wäre es eine getanzte Performancemelodei des Herbstes.

Grün…… sonst die Farbe der Hoffnung, des Erwachens, der Jugend, der Visionen und der Diskussionen… jetzt geprägt mit massentauglichen und nicht zu verstehenden Sloganschlagwörtern.

„Populisten, Lobbyisten, Hinterlisten, Terrorlisten, Kommulisten, Veganolisten, Imperialisten, Kapitalisten, Radweglisten, Füßgängerzonenlisten, Elektrolisten, Faschlisten, Opportionisten, Jointolisten und was weiß Schornie, welche Listen sie noch alles haben.

Upps, dies hatte er ja erst vor kurzem im BildungsTV gelernt, dies nennt sich ja jetzt alles AGENDA!

Also muss er mal die Sachen auf eine Agenda setzen, auf seine, welche ihm wirklich gehörig auf den Sack gehen.

Wo ist sie hin, die Sprache, welche er als erstes hörte, da wo er noch ne kleene, fette, niedliche und faul herumliegende Raupe war?!

Deutsch, sächsisch und total rein und volle Kanne naturbelassen:

„Na wo is er denne, der Kleene, dos ZwutschgiBubuschmatzischatzi?!“

Nee im Ernst (Gott, das liest sich so bescheuert, immer muss der Nöckerling überlegen, ist dies richtig oder falsch und dann kommt er drauf, wo ist eigentlich ERNST?!), nix mehr mit den wunderschönen, einfach geformten und dennoch so ausdrucksstarken Wortgeflechten von einem Goethe, keine Reinheit eines Lessing, ich getrau mir gar nicht Rilke in diesem Zusammenhang zu erwähnen, denn wenn man´s genau betrachtet, wäre dann Schornie ein Lyrikpopulist und wenn er dafür Sorge tragen würde, dass mehr von den Groß- , Klein- und Vielfüsslern dies auch lesen, dann wäre er Lobbyist der Buchgroßpreßund FressIndustrie.

Also her mit der, eigens dafür konzipierten und zum MerkeLn aufgestellten, AGENDA, druffgeschmiert, was er alles so beachten muss und auf gar keinen Fall darf es verständlich sein und gleich gar nicht muss sich irgendwer dran halten und im Grunde genommen ist es für die GROßEN, REIFEN, ERWACHSENEN, KLUGEN, WEISEN ihr WünscheAbgebZettel, denn wer glaubt schon an den brummenden Alten, welcher immer die gleichen, roten, aus der letzten Kleidersammlung des Roten Kreuzes aussortierten und seit 1456 schon von ettlichen alten Lumpensammlern getragene, alten Saftsack…. Niemand, ausser unsere süßen „ZwutschgiBubuSchmatziSchatzi´s und denen sei´s vergönnt.

Ja, Agenden sind wie Agenten…. nie wirklich zu fassen, kaum mit begreifbaren Inhalt gefüllt, nicht wahrnehmbar, immer am Lügen und am Ende nie wieder auffindbar.

Was soll´s, ein Populist zu sein, einer sektenhaften KrishnaBewegung anzugehören und Populismus zur Weltreligion zu erheben, ist doch eine ganz besondere Aufgabe, welche der rumdüsende Nöckerling natürlich zur Gänze und gern annehmen wird.

Auf geht´s mit seinem sexy POPU in die Lobby um eine Liste der Wünsche zu schreiben, die sowieso keiner lesen wird.

Hm……

Dann aber noch etwas wirklich Berührendes.

MattscheibenverdummungsTV mit einem Logo, welches sich in Werbepausen, wenn niemand mehr die Horrorsummen dafür bezahlt hat, in Form einer Kugel kunterbunt und saublöd weiterdreht, eine Musik dazu eingespielt wird, dass man ganz leicht von akkustischer Körperverletzung reden könnte, am gestrigen Abend.

So ein junger, en bisserl weinerlich wirkender Großfüssler schleicht auf ne Bühne und trällert los.

Eine ehemaliger Castingsuperstar versuchte ein Comeback…. verdammte, durchgequirlte Scheiße, genau dies meinte der Nöckerling, Verduselung der deutschen Sprache, nun, auf jeden Fall singsang er los und die paar Häarschen, welche Schornie noch in nun mehr grauer Manier auf der Brust trug, wellten sich zu Kräuselhaaren, stellten sich steif auf, wie sein bestes Stück nach einem Jungbrunnenbad mit ein paar lustigen Nixen.

Es war einfach nur der Wahnsinn….und sofort nach dem Emotionsgenuss und dem erhöhten Augeninnendruck, da der Nöckerling mit all seinem Mut und all seiner Kraft die riesig werdenden MelonoEmotionosKullern verhindern wollte, gings in die Weiten des netzes, des Universums, auf der Suche nach dem Original.

Es floppte nicht, es poppte nich, es knisterte gar nich, nur ein leises Uff, ein klitzekleines, vorsichtiges Rauscheln beim Aufstehen, ein belangloser Schritt zum Aufwachen und Erwachen des Pad´s, um dann zu Lächeln ….. was dann passieren sollte, er kann es bis jetzt nicht wirklich beschreiben.

Lauscht hinein und schaut hin…….

https://www.youtube.com/watch?v=lwgr_IMeEgA

Dies ist Musík…… mit einfachen und emotionsgewaltigen Bildern kombiniert.

Genial……

Bis Morgen denne ma….. denn Schornie is rausgerissen, aus dem traurigschönem, süßsalzig schmeckenden Einmaleindruck und muss zu seinem Megaprojekt, weiterhackeln is angesagt.


 
 
 

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