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Neulich oder in der Zukunft davor

3. März 2016
4 Min. Lesezeit

Neulich oder in der Zukunft davor

Keine Ahnung, liegt´s am Wetter, an dem depperten Sandverstreuer, welcher so langsam zum Schockerrocker mit leichtem Nightmare Touch mutiert, is´s es der nicht kommende Frühling, zu wenig Schlaf oder sollte ich mich mal richtig, genüsslich natürlich, besaufen oder einfach mal zu Tode knutschen lassen, auch natürlich genüsslich mit allem Drum und Dran?!

Neulich, vor ein paar Wochen war mein allergrößter Kritiker bei mir.

Erschrocken war ich, denn sein heruntergespielter Schlaganfall hatte sichtbar größere Auswirkungen, als von ihm zugegeben.

Mit großem Allerweltsauftreten versuchte er eine gute Figur abzugeben, was nicht gelang.

Es war so schlimm und tat mir so sehr weh, ihn so sehen zu müssen.

Die Kraft seines Geistes, seines Wissens, seines Benimm und seines Denkens richtete sich immer wieder wütend auf, gegen die Folgen des Schlages.

Mit Spickzetteln bewaffnet war er bei mir im Büro. Es sollte ein schöner Abend werden, wie immer wenn er da war. Bei einem Glaserl, wie er immer zusagen pflegte: „ Genussvollem Roten, der ein so wunderbares Bouquet und einen noch besseren Abgang versprach“

Immer diskutierten wir über Kunst, Politik, Musik, Dichtung und den Großen, welche mit und aus ihnen geboren wurden.

Nach der 2 Roten war es meist so, dass sich die Raumluft anfühlte, wie beim „Club der toten Dichter“.

Sie füllte sich mit Emotionen, mit Gewesenem, mit Erhofftem, mit Liebe und Hass, mit Freude und Leid, mit Glück und tiefer Trauer, mit Revolution und begreifen.

Vibrationen schienen alles durcheinander zu wirbeln. Blitze zucken, verursacht durch unseren wilden Blick, Tsunami´s knallten gegen die Mauern, welche unseren Geist beschränken wollten, Licht durchflutete unsere Herzen und raste mit enormer Geschwindigkeit durch alle Etage und immer hatten wir den Eindruck, das Haus- also mein Büro, würde danach nicht mehr stehen.

Ideen, folgten Träume, Visionen verwandelten sich in geborenen Anfang und bildeten ein Konglomerat aus Unsinn, Magie, Utopie und Wirklichkeit.

Ja und so redeten wir über mein „La Vida- Begegnung mit einem Krebs“

Still wurde ich, ganz ruhig bin ich, ich spüre die Bewegung in meinem Körper, wie meine Emotionstropfen drücken, quälen und kämpfen, wie mein rotes Ich auf einmal eine Geschwindigkeit aufnimmt, welche fast meine Herzklappen sprengen wollten, mein Seelenpuls kracht durch die Adern und ich beginne seicht zu zittern.

Niemals hatte mich ein Mensch so nackt gesehen. Niemals derart entblößt und erkannt, nie so präzise (Anm: und wirklich, so stark wie er getroffen wurde und an dem Tag alles vergaß, so stark kamen seine Gedanken dazu, seine Gefühle, seine Eindrücke und zum Schluss seine Meinung, aus ihm herausgedonnert) analysiert und gleichfalls, nie so auf den Punkt getroffen.

Es war für mich…… wie der Pfeil des Robin Hood, welcher genau den roten Punkt traf, um das Herz seiner Königin zu erobern, das punktgenaue Landen auf der Erde, das Treffen eines Zieles und die Bombe schlug ein, mit all ihrer Zerstörungskraft und vom Gefühl her….. Scheiße, es tat soooo verdammt weh, so scheißverdammtnochmal weh, dass es mich fast zerrissen hätte und ich um meine Fassung kämpfen musste.

Den Schutz, den ich mir selbst aufbaute, die Schreiberei, welche mir diesen gab, es zerbröselte in genau diesem Moment, langsam und ganz allmählich, als wenn Zeit keine Rolle spielen würde, eben: Neulich oder in der Zukunft davor!

Sicher machen genau diese Zeilen einen Eindruck, als wenn ich ……….

Nein, so ist es nicht, denn der Schluß war ein ganz anderer.

Ich hatte ihn losbekommen…. Meinen Dreckrucksack, den ich mir aufgebürdet hatte.

Er nahm ihn mir sanft und ohne Forderungen ab und zwar so, dass ich es eigentlich nicht merken sollte.

Erleichterung und das Wissen, dass er es wirklich gelesen hatte, mein LA VIDA!

Ein großer Mensch ist es, ich bin sehr stolz darauf, mit ihm streiten zu können, diskutieren zu dürfen, er seine Zeit mit mir teilt und wir ein emotionales Niveau gefunden haben, welches sehr selten und von ganz besonderer Bedeutung ist.

Ich guck aus dem, was uns eigentlich vor all möglichen Wettereinflüssen schützen soll, aus dem verglastem HolzrahmenumfassungsHausfassadenverschließer, dem Fenster.

Es pisst….immer noch!

Zwei Songs hatte ich heute Morgen auf den Weg ins Büro gehört. Wer mich kennt, wird wissen, welche Art es sein könnte.

Erst: Fink- https://www.youtube.com/watch?v=qoWRs7lXtYE

Wahnsinn…. Geschriebene Worte und Emotionen, ganz einfach auf Papier, kein schönes, handgeschöpftes Naturprodukt, sondern wirklich auf einen abgerissenen Schnipsel, damit man sie zeitlos bannen kann, zerrissen durch diese Musik, durch diesen Song. Keine Ahnung was er da singt, aber ich höre es, ich fühle es und ich könnt weinen. Nicht aus Trauer, sondern weil es so harmonisch und vollkommen ist und am Ende eine Steigerung findet, welche mich in den emotionalen Krieg ziehen lassen würde…… also Herzen erobern oder so. Lächeln muss.

Dann, sorry ich neig zu Wiederholungen, aber der Text passt einfach zu dem verpissten Tag.

https://www.youtube.com/watch?v=kPMRkQK2szI

Also werde ich, Zitat aus dem Songtext, also nicht meine eigenen Worte: „Auf die Veranda meine Eier schaukeln gehen“ jetzt muss ich lachen, denn es ist mir wirklich ziemlich egal, was alle denken, denn……. Ich habe nen Balkon, eine Veranda, eine Terrasse und dies in der schönsten Ecke von Wien und der Clou, das in meinem Büro…..also soll es pissen, wie es will…der Tag kann beginnen.

Viel Spaß euch allen


 
 
 

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